perle
ich bin,
sonst nichts,
nicht dies und das,
ich bin
noch nie
gewesen?
ich bin
und werde
niemals sein
ich bin
gar nicht
geboren?
ich bin,
kein name
keine form,
kein wunsch
und kein
gedanke?
ich bin
du bist,
kein was
warum,
kein alter
keine sorge?
im muschelschoß
oh perle
bleib!
bist du
in mir,
ich bin.
mai 2013
kaltes glück
immer wieder
das ziehen
immer wieder
der sog
immer wieder
nach unten
enthemmt
mich betrog
immer wieder
mein wimmern
in höchster not
immer wieder
verkleistert
schnurstracks im lot
immer wieder
die hölle
tiefschwarz geteert
ein schlund in wollust
kalt und entleert
im schoß ihrer wärme
verhöhnendes lied
zerreißt mein gedärme
vom liebsten ich schied
komm zu mir und diene
in bosheit zu sein
erstarre und krieche
die kälte ist fein
melodie im verzicht
ist jetzt dein glück
verende und sieche
es gibt kein zurück
sigrid
april 2013
schwarze magie
verklammert
zerstachelt
umgarnt
deine brust
umzingelt
vernebelt
zerborsten
im frust
entfremdet
gehäutet
verflucht
deine hand
entmündigt
erstarrt und
erniedrigt
als pfand
am kreuze
gefoltert
zerquetscht
dein gebein
gebrochen
zertrümmert
geborsten
dein schein
geschwärzt und
durchzogen
verfälscht
mir das blut
des kreuzes verbrechen
zerbricht
meinen mut
schuld und magie
verfluchen den leib
ihr pechschwarzes dunkel
mich töten als weib
sinke
verblute
zerspringe
mein herz
grabe
wühle
verkümmre
im schmerz
gerinne
verfalle
zerstäube im tanz
verweile und singe
im osterglanz
ostern 2013
ahnensog
gleißende sonne
bleischwerer gesang
vergiftetes fleisch
betäubender drang
mordender hochmut
verrohter verzicht
dogma sünde
schleimiges licht
"endlösung"
kapital
unseres
deutschen
vaterlandes
vergitterte schreie
verstörte qual
verhöhnte ohnmacht
lüge im saal
stummes verdrängen
falsches versteck
lautes vergessen
lachender dreck
tiefschwarze rache
wahnsinn tot
verkrampfter friede
beim abendbrot
februar 2013
abend
dunkel
dumpf
starr
stumm
nicht zeichen
nicht wille
weder absicht
noch wunsch
hermetisch
verschlossen
im kerker
der haft
getötete seele
im grauen
der nacht
weder schmerz
noch schrei
noch klage
verschlossene tür
entferntes licht
weder frage
noch trost
kein kummer
kein rat
umfange
dunkles gestein
zerquetsche
karges gemäuer
umschlinge
dunkles eisen
reiße
schwere kette
zu boden
vernichte
unterwerfe
erdolche
töte
erlöse
januar/ 13
riss
lehne ab
schlage aus
das angebot
des friedens
in klarheit
steig hinab
sage nein
zur besonnenheit
zertrümmere
verharre nicht
besinge
beißende qual
kein lüftchen
kein beben
nicht ein hauch
von liebeslust
brenne
die seele aus
kerker schließe
dein eisen
wollust
des ahnensogs
verschlinge
mein blut
am boden
des schmerzes
aus scham und stein
verende
nov 12
katakombe
mulde
des kummers
düsternis
bleigrau
dunkelschwer
schale
brachliegend
empfange
den mantel
im abendrot
schatten
wirf über sie
müdelang
verharrend
trauertief
wurzel
ewig schon
wartend
verleugnete
kraft
körperlos
ohnewas
bewegungstaub
im dämmerschlaf
am grunde
kasteit
verfügt
geknechtet
missbraucht
versteckter schoß
katakombe
schwitz aus
das gift
von schuld
und scham
brich
das siegel
des herzens
rotes blut
der liebe
nov 12
herbst
entwürdigt
kasteit
durchlöchert
zerfetzt
schlangengift
durchkreuzt den leib
bin ich ein untier
bin ich ein weib?
millionen tote
im erdenriss
walküre drachen
schlangenbiss
gedankenmarter
medienkleister
gold im oktober
gebrochener wahn
wer bin ich
wie kann ich
was ist nur los
mit meinem schoß
herbststurm
martert das gehirn
wollust schreit
mit locken
müde vom kampf
der nicht sein darf
westen osten n e s
welch stress
wo ist der halt
wer fragt all dies
untergang
heute gewiss
nov 2012
ekel
abscheu
schürt
weiße glut
ekel
besingt
im wahn
den todestrieb
gelähmt
gefoltert
geronnes blut
was musste ich nur tun
kann nicht mehr schaun
zertrümmert
verbannt
in kerkerhaft
gelübde
schwüre
eide
schuld
schleim
kot
schimmel
im dreck
die qual
versiegt
das leid verstummt
schwarzer eiter
versickert
im schlamm
sept 2012
roter husar
sehnsucht nach
der jungen liebe
mit dir
roter husar
sehnsucht
das schräge lächeln
zu liebkosen
roter husar
das der sterne
deiner jugend
wie gern hätte ich
alles gegeben
dem roten husaren und mir
verwegen ergeben
untreu und treu
brennend und tief
meine liebe zu dir
roter husar
komm zu mir
ich bette dich fein
bitte
zieh dich aus
leg mich um
bleib
geh nicht fort
und sing mir dein lied
dp 31.08.12
taub
willenlos ohne,
endlos zerlegt,
verzweifelte stumpfheit,
bleiern betrübt.
festes gewebe,
verödetes herz,
blutleere schwäche,
zerborstener schmerz.
verschmelzen, zerschneiden,
empfangender saft,
vereinen, verlassen,
zersplitternde kraft.
fallen in taubheit
reißender strom,
teerschwarze knochen,
lachender hohn.
verlöschen in schwäche,
zermalmen im grund,
besinnungslos enden,
verenden im schlund.
ertrinke, verschwinde,
versinke im schlamm.
eisernes drängen,
ergib dich, und dann?
februar 2012
sehnsucht
lindenschönheit
fliehende sanftmut
treibst schmerz
mir ins blut
leises laubgelb
schwindest milde
wie der tag
in die nacht
weiß goldener
blätterregen
zur erde
im abendwind
deine Adern
durchziehen mich
schwarz im lichten dach
deiner zitternden herzen
28/11/11
trauer
so groß
so blau
so treu und
unendlich tief
so ernst
so schwer
so müde und
maßlos tränenreich
so drängend
so fliehend
so quälend und
in reißendem sog
so dunkel
so niedrig
so stumm und
unfassbar still
so schweigsam
so brav
so lahm und
bar von möglichkeit
so verzweifelt
so traurig
so leer und
wider jeden sinn
so müde
so bleiern
so dicht und
ohne irgendwas
so nüchtern
so blass
so hohl und
im nebel nichts
2. oktober 2011
wie konnt ich nur
wie konnte ich
dich quälen nur
mein ganzes leben lang
wie konnte ich
vergessen nur
den hohen rang
den du in mir
besessen
wie hab ich dir geschadet
mit giften und mit fett
mein lieber darm
dich bombardiert
mit zucker wein und drogen
dich abgewürgt
mir schwindelt
jetzt die schuld im bauch
und du siehst
traurig zu
verdorben hab ich
dein gesicht
und meines noch dazu
verloren
wie konnte ich
wie konnt ich nur
so lieblos zu dir sein
mein lieber darm
es gruselt mir
vor meiner
eignen pein
dich abgefüllt
wie konnt ich nur
tabletten eingeflößt
aus kummer und aus not
gequältes fleisch
bedenkenlos
wie konnt ich nur
5.2.11
bosheit
du bosheit tobst in schönster kraft,
die wogen müssen brechen.
entlassen jetzt aus kerkerhaft
woll'n sie sich endlich rächen.
sie schmettern mitgebrachten dreck
in wollust ans gestade,
ihr bug hat nicht das kleinste leck,
und nichts ist ihm zu schade.
metallene dornen glühen zart,
erspähen opfer am strand.
unbarmherzig und eisenhart
als krönung der wogenwand.
greife mich bosheit und nimm mich mit,
zertrümmere meinen verstand,
geliebte woge, mein seelenkitt,
ich tanze in deiner wand.
strecke mich mit dir meterhoch,
werde zur kralle im kamm,
ergebe mich willenlos deinem sog
gleich einem amorphen schwamm.
fluchend will ich zerschmettern mit dir
und krachen auf den stein,
zerstören möcht ich im jetzt und hier,
zerfetzen fleisch und gebein.
freunde, nachbarn und familie
vergraben wir im sand,
schmiege mich gleich einer lilie
an deine wogenwand.
so brechen wir selbst uns donnernd böse
am weißen strand in tausend fetzen,
in giftig streitendem getöse,
dass alle flüchten, rennen, hetzen.
wir singen in der bosheit lust,
verschwunden ist des lebens frust.
tief neige ich vor dir mein haupt,
geliebte bosheit, große kraft.
sehr lange war dir nicht erlaubt,
zu fliehn den kerker deiner haft.
ich küss die erde nun vor dir,
mein auge fließt, du willst mich blenden
mag gar nicht scheiden mehr von hier,
ich kann mich nicht mehr von dir wenden
so beuge ich erneut mein haupt
vor dir, du untier groß.
sei es mir einmal nur erlaubt,
zu öffnen meinen schoß.
du bist meine meisterin,
ich diene dir doch nur,
leg' mich ergeben vor dich hin
in deine teure spur.
die woge der bosheit zerbröckelt im wind,
ihr schaum versickert im sand,
wir waren zu zweit und ich ihr kind
mit einem farbigen band.
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